DIE THERAPIE

UNSERE KLIENTEN
Unsere jugendlichen PatientInnen weisen problematische bis schwerwiegende Fehlentwicklungen und Defizite in ihrer psychischen, sozialen und gesundheitlichen Entwicklung auf.
 
Meist schon mehrfach auffällig und von Hilfsangeboten bisher kaum erreicht, leiden sie unter kaum entwickelter Selbstkompetenz und geringem Selbstwert mit mangelnder Konfliktfähigkeit sowie Frustrationstoleranz. Selbst- und Fremdeinschätzung liegen entsprechend weit auseinander und in ihrer destruktiven Haltung mit hoher Aggressivität und Autoaggressivität gefährden sie sich und andere, häufig finden sich körperliche Gewalt und Suizidversuche in der Vorgeschichte. Auch das Körperbild und der Umgang mit dem eigenen Körper sind deutlich gestört, es besteht eine weitgehende Ahnungslosigkeit von Physiologie, Ernährung, Hygiene, etc..
Diese Grundprobleme spiegeln sich in massiven Störungen des Sozial-, Lern- und Arbeitsverhaltens wider und werden durch das Fehlen eines drogenfrei funktionierenden sozialen Umfeldes noch verschärft und zementiert.
Die im Vorwege eingeleiteten Interventionen durch Erziehungsberatungsstellen, Jugendämter usw. konnten Problem- und Krankheitseinsichtsprozesse meist nur sehr indifferent und instabil in Gang setzen.

THERAPIEZIELE
sind daher weitreichend und betreffen eine umfassende körperliche, psychische und soziale Rehabilitation. Einige der wichtigsten Ziele sind:
• Die Entwicklung und Stabilisierung von Krankheitseinsicht und Abstinenzmotivation
• Die Restitution bzw. Neu- und Weiterentwicklung von Werten und Normen
• Das Erlernen und Umsetzen sozialer Kompetenzen,
• Das Wiederherstellen der Lern- und Konzentrationsfähigkeit
• Die Reintegration in einen normalen schulischen Ablauf
• Den Neu- bzw. Wiederaufbau der Arbeitsfähigkeit und die Integration in die Arbeitswelt
• Die Aktivierung und Pflege bestehender bzw. neu aufgenommener Beziehungen zur Familie und zu drogenfreien Bezugspersonen
• Den Aufbau von aktivem, suchtmittelfreiem Freizeitverhalten
• Die Klärung materieller und juristischer Probleme

Der Ablauf

Die Betreuung findet in Kleingruppen von zehn Patienten rund um die Uhr statt. Das therapeutische Team besteht aus Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten, Sozialpädagogen, Soziotherapeuten und Erziehern mit suchtspezifischer Zusatzausbildung, Ökotrophologen, Lehrern und Ergotherapeuten.

Auf der Grundlage tiefenpsychologisch orientierter Gestalt-, Familien- und Verhaltenstherapie und den Erkenntnissen der Neuropsychotherapie finden zweimal wöchentlich Intensivtherapien statt. Nach Bedarf werden Einzelgespräche geführt.
In der therapeutischen Wohn- und Lebensgemeinschaft werden die Jugendlichen in eine entwicklungsorientierte Gruppe aufgenommen und von ihr unterstützt. Aus dem größtenteils vorgegebenen, klar strukturierten Tagesablauf heraus sollen sie zu Selbstverantwortung und Selbstversorgung finden. Das gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitete Regelsystem bietet hierfür die notwendige Orientierung und ermöglicht durch die zunehmend geforderte Selbstorganisation im Rahmen eines Stufensystems, Neues dazuzulernen.
Zur Bewältigung der bei soviel Lernen unausweichlichen kleineren und größeren Krisen steht fachliche Hilfe jederzeit zur Verfügung.

Mit den Patienten zentrale Selbstdefekte und Störungen zu sichten sowie deren Ursprünge biographisch zu orten, ihre individuellen Ressourcen zu entdecken und zu fördern, ihre Selbstwirksamkeit zu erarbeiten und zu entwickeln, um im therapeutischen Prozess die erstarrten Fixierungen ihrer psychischen Entwicklung zu überwinden ist zentrale Aufgabe der Therapie.
Diese therapeutische Arbeit ist mühevoll, das Ins-Bewußtsein-Heben verdrängter oder verleugneter Erinnerungen und Emotionen ist von Widerstand begleitet. Dies gilt insbesondere für jugendliche Abhängige, die gewohnt sind, allen psychischen und physischen Bedrängnissen mit Hilfe von Suchtmitteln auszuweichen bzw. früh gelernt haben, sich durch emotionale Isolation und autistisches Verhalten in (Lebens)krisen der Realität zu entziehen. So kommt es auch zu durchschnittlich 3 Abbrüchen bis sich die Entscheidung für die Therapie als endgültig erweist. Auch Rückfälligkeit bedeutet dabei häufig einen entscheidenden Fortschritt im therapeutischen Prozess.
Weitere Schwierigkeiten in der Behandlung ergeben sich aus Defiziten an innerer Struktur, aus Entgrenzung und überhöhter Anspruchshaltung, aus großer, schwer einzugestehender Bedürftigkeit, Ängstlichkeit und Hilflosigkeit.

Den Erfolg der Behandlung sehen wir nicht nur in der Anzahl drogenfrei gelebter Monate, sondern auch in der wachsenden Fähigkeit eigene Defizite und Suchtstrukturen zu erkennen und zu bearbeiten, in der Entdeckung und Nutzung eigener Ressourcen und Potentiale sowie in der Entwicklung der Selbstkompetenz.
 

Oliver Voß-Jeske, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Einrichtungsleiter

 

THERAPIE

THERAPIE ODER WO ICH HERKOMME

Zu Beginn geht es zum großen Teil darum über seine eigene Kindheit zu reden, über die Vergangenheit. In den Therapiestunden fallen einem manchmal Situationen ein, über die man vorher gar nicht nachgedacht hat.

Es gibt bei uns auch eine Frauen- und Männergruppe für Themen, die man lieber so besprechen möchte. Du kannst es auch ausprobieren über Dich zu reden und zu merken, dass Du nicht allein mit Deinen Sachen da stehst.

Jenny, 21 Monate im COME IN!

DAS WAR Wichtig

Für mich war es wichtig, dass ich wusste, dass einige
Betreuer früher auch mal Drogen genommen haben.
Von Anfang an konnte ich zwei Betreuer gut vertrauen.
Ich wusste, sie waren Ex-User und konnten ihre Erfahrung weiter geben. In der ersten Zeit war ich immer genervt, wenn mir jemand ehrlich seine Meinung gesagt hat. Inzwischen kann ich mit der
Meinung von anderen was anfangen.

Olga, 14 Monate im COME IN!